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Projektunterricht

Dr. Klaus Edel


Warum Projektunterricht?

Es ist die Chance ein größeres Thema zu behandeln, fächerübergreifend zu arbeiten und die Kompetenzen der SchülerInnen zu entwickeln. Die Bedeutung des Projektunterrichts als Methode wird ausdrücklich im Lehrplan (allgemeiner Teil) und im Grundsatzerlass Projektunterricht betont.

Im traditionellen Unterricht werden Zielsetzung, Planung, Durchführung und Erfolgskontrolle durch den/die LehrerIn im Rahmen vorgegebener Strukturen wie Lehrplan oder Stundenplan durchgeführt. Im Projektunterricht geschieht dies im Regelfall durch Übereinkunft von LehrerInnen und SchülerInnen. Die vorhandenen Strukturen (Stundenplan, Stundeneinheit, Raum, Klassenverband) können teilweise aufgelöst und in neue übergeführt werden. Diese Unterrichtsform fördert durch die Verbindung von theoretisch-begrifflichem Lernen und Lernen durch konkretes Handeln und Experimentieren im besonderen Maße jene Kompetenzen, die heute als Schlüsselqualifikationen angesehen werden, insbesondere die Teamfähigkeit, Kommunikation, aber auch praktische Fähigkeiten. Es ist daher nicht nur das Ergebnis entscheidend sondern ebenso wichtig ist der Weg der dazu führt.

Das Ministerium hat eine über Internet abrufbare Broschüre mit Tipps und Informationen zum Projektunterricht aufgelegt.


Verlauf von Projektunterricht

Eine präzise Vorbereitung und das Einschätzen der Rahmenbedingungen sind eine wesentliche Voraussetzung für das Gelingen des Projektunterrichts. Notwendig ist es Inhalte und Thema zu diskutieren, die Projektziele (Lernziele) zu definieren sowie das Endergebnis (Produkt) und die Form der Präsentation festzulegen. Nach der Fixierung des Arbeitsplanes, in dem der Zeitrahmen bestimmt ist empfiehlt es sich mit den SchülerInnen eine Arbeitsübereinkunft mit klaren Verfahrensregeln zu treffen.

Wichtige Inhalte der Arbeitsübereinkunft

•Wann werden auftretende Probleme diskutiert?
•Wer trifft wie, welche Entscheidungen?
•Werden die Arbeiten der SchülerInnen beurteilt (Kriterien)?
•Verbindlichkeit der Arbeitsübereinkunft
•Krisenintervention
•Arbeitsabläufe festlegen
•Reflexionsphasen einplanen
•Verantwortliche (für Gruppen, die Dokumentation der Arbeitsvorgänge etc.) festlegen
•Kommunikation: in der Gruppe organisieren◦zwischen den Gruppen sicherstellen (ev. Pinwand)
◦Information der Direktion
◦Information der Administration (Abweichungen vom Stundenplan)
◦Elternabend (v.a. wenn Eltern miteinbezogen werden z.B. oral history Projekt)
◦Einladungen zur Präsentation (ev. auch Medien)
◦Öffentlichkeitsarbeit
◦Plakate                      

 

Der Projektunterricht ist durch einen klar erkennbaren Abschluss charakterisiert. Dieser gibt die Gelegenheit, die Arbeitsergebnisse einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren. Zum Projektabschluss gehört es, den SchülerInnen Feed back zu geben, aber auch für die LehrerInnen sich Feed back zu holen.

Die Dokumentation ist Teil des Projekts und eine wesentliche Grundlage für die Präsentation, Öffentlichkeitsarbeit, Reflexion und Evaluation. Sie sollte daher Informationen über alle wichtigen Ergebnisse, Stadien des Arbeitsprozesses und Erfahrungen der ProjektmitarbeiterInnen liefern.


Die Rolle der LehrerInnen

Die Rolle der LehrerInnen verschiebt sich im Projektunterricht von der fachlichen Kompetenz verstärkt in Richtung organisatorisch planerischer Qualitäten. Dies beinhaltet sowohl die Hilfestellung bei der Strukturierung von Planungs- und Entscheidungsprozessen und der dazu notwendigen didaktischen und organisatorischen Bedingungen, als auch die Vermittlung arbeitsmethodischer Kompetenzen sowie der Bewusstmachung gruppendynamischer Prozesse und der Unterstützung von Reflexionsprozessen.


Weitere Beiträge

Weitere Beiträge zu diesem Thema finden Sie in Didactic online.

 
Grundsatzerlass zum Projektunterricht


 
Projektunterricht - Tipps

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