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Reifeprüfung

Dr. Klaus Edel

Die allgemeinbildende höhere Schule schließt mit der Reifeprüfung ab. Dabei wird dem realitätsbezogenen Lernen, dem selbstständigen Arbeiten, dem Erkennen von Zusammenhängen zwischen den einzelnen Wissensgebieten und den Fremdsprachenkenntnissen besondere Bedeutung zugemessen. Bei einer Entscheidung für Geschichte und Sozialkunde (Geschichte und Politische Bildung) als Prüfungsgebiet bei der Reifeprüfung können je nach gewählter Form die vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur unter dem Stichwort Reifeprüfung auf seiner Homepage genannten Kompetenzen einzeln oder in Kombination von den SchülerInnen bewiesen werden.

 

Die erste Variante wäre, sich am Beginn der 8. Klasse für eine Vorprüfung in Form einer schriftlichen Fachbereichsarbeit zu entscheiden.

Bei positiver Beurteilung dieser Arbeit, besteht die Hauptprüfung aus drei Klausurarbeiten und drei mündlichen Teilprüfungen, von denen eine Geschichte und Sozialkunde ist. Dabei sind zwei Fragen aus dem im 1. Semester der 8. Klasse vereinbarten Kernstoffgebieten der Oberstufe zu stellen, von denen eine behandelt werden muss. Dazu kommt eine Frage, die eine Präsentation und Diskussion des Themas bzw. des Umfelds der Fachbereichsarbeit ermöglicht.

 

Der häufigere Fall  ist aber die Wahl als mündliche Teilprüfung der Gegenstandsgruppe A (geisteswissenschaftliche Fächer). Die SchülerInnen bekommen dann drei voneinander unabhängige Fragen, davon stammen analog zum ersten Fall die zwei alternativ zu beantwortenden aus den Kernstoffgebieten. Die dritte verpflichtend zu bearbeitende Frage bezieht sich auf das von den KandidatInnen selbst gewählte Spezialgebiet.

 

Eine weitere Variante wäre die mündliche Schwerpunktprüfung in Verbindung mit dem Wahlpflichtfach. Hier kommen  zu dem oben genannten Modus noch zwei Fragen aus dem Stoff des von den SchülerInnen besuchten Wahlpflichtgegenstandes Geschichte und Sozialkunde, Politische Bildung und Rechtskunde hinzu. Eine der beiden ist zu beantworten.

Als neue Form gibt es ab dem Schuljahr 2004/5 die ergänzende Schwerpunktprüfung. In diesem Fall werden neben den zwei alternativ zu beantwortenden Fragen aus dem Kernstoffgebiet und der verpflichtend zu beantwortenden Frage aus dem gewählten Spezialgebiet, zwei ergänzende Fragen gestellt, von denen eine zu beantworten ist.

 

Die letzte Möglichkeit wäre die mündliche Schwerpunktprüfung in Verbindung mit einem anderen Pflichtgegenstand. In diesem Fall legen die PrüferInnen zu den jeweils drei Teilfragen der beiden Pflichtgegenstände zwei fächerübergreifende Fragen vor, von denen wieder eine beantwortet werden muss. Dieser Teil der Prüfung wird an einem der beiden Gegenstände angehängt.

 

Schließlich wäre noch eine Jahresprüfung im Rahmen der Reifeprüfung (§37) , wenn die 8. Klasse in Geschichte und Politischer Bildung negativ abgeschlossen wurde. In diesem Fall gibt es zwei voneinander unabhängige Fragen aus dem Jahresstoff der 8. Klasse, wobei keine Wahlmöglichkeit besteht.

 

Die Kernfragen betreffen das Überblickswissen, besonders geeignet sind hier problemorientierte Längsschnitte.

 

Die Spezialfrage geht vom Spezialgebiet der KandidatInnen aus, das außerhalb des Unterrichts selbständig erarbeitet wurde. Es ist vorteilhaft sich von den SchülerInnen Ausarbeitungen vorlegen zu lassen und auch zu verlangen, dass die Herkunft der Ausarbeitung belegt wird, denn manche SchülerInnen versuchen aus den Neuen Medien fertig Vorbereitetes zu übernehmen. Die Beratung der SchülerInnen ist bei der Auswahl und der Bearbeitung der Themen sehr wichtig. Zu bedenken ist auch, dass der Themenbereich so umfangreich sein sollte, dass für den Fall einer Reprobation in Geschichte und Sozialkunde für den nächsten Prüfungstermin auch eine neue Frage möglich bleibt. Nicht zu vergessen ist die Kommunikation mit den LehrerInnen der anderen Prüfungsgegenstände, damit nicht parallele Fragen beispielsweise in Geschichte und Sozialkunde und in Geographie und Wirtschaftskunde oder in der Lebenden Fremdsprache ausgegeben werden.

 

Die Darbietung der SchülerInnen soll kein Referat sein aber auch nicht zu einem Monolog der PrüferInnen mutieren, sondern als Prüfungsgespräch ablaufen.

Fachdidaktikzentrum Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung
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